Sifu Akdeniz

lebenslMein erster Kontakt mit dem Kampfsport fand im Jahr 1986 statt. Nach einem Probetraining bei einer Karateschule begann ich in Salzgitter Shôtôkan-Karate zu trainieren. Während dieser Zeit war ich von der Effizienz und Funktionalität des Karate sehr überzeugt. Der Kampf auf Distanz, das schnelle Vorgehen und die Körperbeherrschung waren die wesentlichen Aspekte, die mich an das Karate banden. Ich trainierte zweimal in der Woche und zusätzlich verbrachte ich meine Zeit mit Kraft-, Fitness- und Lauftraining. Zudem nahm ich an zahlreichen Vollkontakt-Wettkämpfen teil.

lebensl2Im Jahr 1992 begann ich mit dem Wing Tsun Training (WT). Vor allem das Chi Sao, die klebenden Hände, begeisterte mich sehr. Meine bisherige Vorstellung, dass Karate die einzig wahre Kampfsportart darstellt, verblasste mit meiner zunehmenden Überzeugung von WT. Das lag insbesondere daran, dass das System des WT auf ganz anderen, vor allem aber überzeugenderen Fundamenten basiert als das Karate. Das Karate ist ein Kampfsport, der überwiegend in der Bein- und Faustdistanz stattfindet, aus einem Regelwerk und Gewichtsklassen besteht. An diese Aspekte und an den funktionellen Selbstverteidigungsaspekt hält sich ein Angreifer in der Realität jedoch nicht. Das Konzept des WT baut darauf auf, jedem Gegner trotz seiner physischen Überlegung oder zusätzlichem Waffenbesitz, die Stirn bieten zu können bzw. sich gegen jede Angriffsart erfolgreich verteidigen zu können.

Ich ließ mir von Anfang an mit dem Erlernen der Techniken und dem Abnehmen der Prüfungen mehr Zeit als die anderen Schüler, da ich der Meinung war, dass man die Programme nicht nur kennen sondern auch wirklich beherrschen sollte. Diese Meinung vertrete ich weiterhin.

DSC_0146Durch die Steigerung der Trainingsintensität auf drei- bis viermal pro Woche nahm mein WT-Können stetig zu, so dass ich ab dem Jahr 1995 meinen Sifu Murat Taman bei Trainingseinheiten vertrat. Hierdurch konnte ich wichtige Erfahrungen sammeln und wichtiger noch, die gelernten Techniken vertiefen und verinnerlichen. Die Vertretung wurde für mich immer mehr zur Routine und nach einiger Zeit auch zum festen Bestandteil meines Trainingsalltags. Mit dem achten Schülergrad begann ich Privattraining zu nehmen und sammelte parallel dazu weiterhin Erfahrungen auf bundesweiten Lehrgängen mit verschiedenen Lehrern.

Nach über zehn Jahren bei der EWTO wechselte ich in den Verband von Sifu Salih Avci, die WTEO. Durch den Einstieg in seinen Verband erhielt ich die Möglichkeit, eine Schule für WT in Braunschweig zu eröffnen. Im April 2002 gründete ich in Braunschweig die erste WTEO-Schule, die ich selbst leite. Am 01.09.2012 wurde ich durch Sifu Salih Avci in der WT-Akademie in Köln zum Sifu ernannt. Diese Ernennung ist für mich eine große Ehre.

Zülkarni

Salzgitter, den 27.11.2007